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Bio-Composites: Kapazitäten wachsen bis 2023 um vier Prozent

11.07.2019
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Bio-basierte Polymere sind auf dem Vormarsch. Im Jahr 2018 erreichte die Gesamtproduktionsmenge 7,5 Mio. Tonnen – dies sind bereits zwei Prozent der Produktionsmenge herkömmlicher Kunststoffe, so der Markt- und Trendreport des nova-Instituts (Bio-based Building Blocks and Polymers – Global Capacities, Production and Trends 2018-2023). Das Potenzial ist demnach sogar noch viel höher, wird aber derzeit durch niedrige Ölpreise und mangelnde politische Unterstützung ausgebremst.

Bei dem Begriff Biokunststoff wird zwischen biodegrable (biologisch abbaubaren Kunststoffen) und biobased (Kunststoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden) unterschieden. Während biologisch abbaubare Kunststoffe mit rund 43 Prozent den kleineren Teil der globalen Nachfrage ausmachen, zeichnen sie sich jedoch durch ein dynamischeres Mengenwachstum von jährlich über 11 Prozent aus

Insgesamt hat sich die Produktion von bio-basierten Polymeren in den letzten Jahren deutlich professionalisiert und differenziert. „Mittlerweile gibt es für praktisch jede Anwendung eine bio-basierte Alternative“, heißt es im Report. Die Kapazitäten und die Produktion bio-basierter Polymere werden bis 2023 jährlich um vier Prozent weiterwachsen, fast so schnell wie petrochemische Polymere und Kunststoffe. Darum wird der Marktanteil von bio-basierten Polymeren am gesamten Kunststoffmarkt konstant bei etwa zwei Prozent bleiben.

Die Gründe für die Erhöhung der Kapazität beruht im Wesentlichen auf dem Ausbau der Produktion von Polymilchsäure (PLA) in Thailand und dem Ausbau des Polytrimethylenterephthalats (PTT) und von Stärkeblends in den USA. Insbesondere PLA- und Stärkegemische werden bis 2023 weiter deutlich wachsen, prognostizieren die Experten.

Arbeitsplätze dank Bio-Composites

Bis 2022 rechnen die Experten des nova-Instituts und von European Bioplastics mit 2,44 Mio. Tonnen globaler Produktionskapazität bio-basierter Kunststoffe. Bis zu 300.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze könnten in der Branche bis zum Jahr 2030 allein in Europa entstehen. Auch das Marktforschungsinstitut Ceresana bescheinigt Biokunststoffen deutlich höhere Wachstumsraten, als herkömmlichen Standardkunststoffen. Angesichts der steigenden Nachfrage und eines immer breiter werdenden Anwendungsspektrums wird sich dieser Trend sogar noch weiter verstärken. In der Marktanalyse von 2016 wird von einem weltweiten Gesamtumsatz der „grünen“ Kunststoffe in Höhe von über 2,6 Mrd. USD ausgegangen.

Das Verbot vieler Produkte aus herkömmlichen Kunststoffen in zahlreichen Ländern (Stichwort Trinkhalme und Plastiktüten) beflügelt die biologischen Alternativen. Ein wichtiger Schritt, denn die mit Abstand wichtigste Absatzbranche für „grüne“ Verbundwerkstoffe ist die Verpackungsindustrie – hier vor allem Flaschen, Folien Taschen und Beutel – mit einem Anteil von rund 58 Prozent, gefolgt von Textilien (11 Prozent), Konsumgütern (7 Prozent) und Automotive (7 Prozent). Allerdings nimmt sich die weltweite Produktionskapazität der Biokunststoffe mit 2,05 Mio. Tonnen im Jahr 2017 neben den jährlich rund 320 Mio. Tonnen erdölbasierter Kunststoffe noch relativ bescheiden aus. Doch steigende Nachhaltigkeitsanforderungen, anspruchsvollere Anwendungen und eine zunehmende Zahl von Materialien und Herstellern versprechen künftig ein kontinuierliches Wachstum.

Bio-basiert ersetzt herkömmliche Produkte

Die Biokunststoffe und bio-basierten Composites substituieren in vielen Bereichen immer mehr herkömmliche Produkte auf Erdölbasis. Neben dem guten Image sind dafür auch zahlreiche bessere Eigenschaften verantwortlich. So eignen sie sich aufgrund der höheren Atmungsaktivität für Frischeprodukte und verderbliche Lebensmittel, da Obst und Gemüse länger frisch bleiben.

Dass die für das Wachstum des Biokunststoff-Markts benötigten Rohstoffmengen zu Lasten dringend benötigter Agrar-Anbauflächen gehen, ist derzeit laut Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) noch nicht zu befürchten. So werden demnach weltweit nur rund 0,02 Prozent der Agrarfläche für die Bereitstellung von nachwachsenden Rohstoffen für die Biocomposites-Produktion gebraucht. Fachleute fordern vielmehr, einen nachhaltigen Kreislauf zu etablieren, der von der Erzeugung über die Produktion, die Verwendung – möglichst natürlich in Form einer Mehrfachnutzung – bis hin zum Recycling der anfallenden Abfälle reicht.


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