Messebeirat

Vorstellung & Stimmen unseres Messebeirates  

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hinten von links nach rechts: Daniel Schäfer, Dr. Elmar Witten, Thomas Schwarz, Klaus-Peter Welsch, Philipp Zimmermann, Dr. Walter Begemann, Jens Plass
vorne von links nach rechts: Estella Copei, Peter Egger, Heike Wolfangel, Daniel Stumpp, Dr. Kai Fischer, Olaf Freier
es fehlten: Dr. Michael Effing, Uwe Lang, Dr. Gunnar Merz

 

Vorsitzender des Beirates: Peter Egger, Director Advanced Technologies - ENGEL AUSTRIA GmbH

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Errungenschaften der Composites Branche des letzten Jahrzehnts?

Thermoplastische Composites im Spritzgussbereich wurden erfolgreich eingeführt – das war ganz wichtig! Thermoplaste sind der Schlüssel für die Nachhaltigkeit und Spritzguss ist die effektivste Technologie für die Großserie funktional zu fertigen.

Welche aktuelle Innovation begeistert Sie am meisten?

Hier will ich nichts Spezielles herausholen. Was mich begeistert, ist, das die Grenzen zwischen verschiedenen Materialien und Verfahren verschwimmen und die Berührungsängste kleiner werden auch mal etwas Anderes auszuprobieren. Es reden Fachleute miteinander, die noch vor kurzer Zeit keine gemeinsamen Schnittstellen identifizieren konnten. 

Welches sind derzeit die größten Herausforderungen für die Composites- Industrie?

Noch immer leistbarer Leichtbau und mangelndes Vertrauen, dass sich erst durch vermehrten Einsatz ergeben kann – ein Henne/Ei -Problem. Und es ist noch immer schwierig Composite-Bauteile in bestehenden Strukturen unterzubringen, das ist aber nötig um hier in größere Stückzahlen zu kommen – komplett durchdachte, ganzheitliche  Faserverbundkonstruktionen sind eher unwahrscheinlich. Umso wichtiger werden Hybridbauformen um das Thema Fügen in den Griff zu bekommen.

Ein Blick in die Zukunft: Was leisten Composites in 10 Jahren?

Ich glaube in 10 Jahren werden wir soweit sein, dass wir Composites nur genau dort und in der Menge einsetzen, wie wir sie brauchen – also wirklicher Leichtbau. In Kombination mit anderen Technologien und Materialien werden wir nicht nur reine Strukturbauteile erhalten, sondern auch neue Funktionen und Oberflächenqualitäten darstellen können.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Errungenschaften der Composites Branche des letzten Jahrzehnts?

Die größten Errungenschaften liegen wohl im Nachweis vielfältiger Composite-Anwendungen mit sehr unterschiedlichen Anforderungen. Neben dem Flugzeugbau sind hier z.B. zunehmende Rotorblattlängen für offshore-Windkraftanlagen aber auch Anwendungen in Automobil- und Maschinenbau zu nennen. 

Welche aktuelle Innovation begeistert Sie am meisten?

Die Fertigung der Fahrgastzelle des BMW i3 ist sicher ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Serienproduktion von CFK-Bauteilen. Ebenso begeistern die aktuellen Entwicklungen im Bereich von Carbonbeton. 2016 gab es dafür den Zukunftspreis des Bundespräsidenten. 

Welches sind derzeit die größten Herausforderungen für die Composites- Industrie?

Die Kosten der Carbonfasern müssen weiter sinken, um den Werkstoff wettbewerbsfähig einsetzen zu können. Dies gilt auch für die Kosten der Bauteilfertigung durch eine verbesserte Abstimmung entlang der Wertschöpfungskette.

Ein Blick in die Zukunft: Was leisten Composites in 10 Jahren?

In der nächsten Dekade gewinnt das Multimaterial-Design wesentlich an Bedeutung. Insbesondere alternative Mobilitätsangebote und erhöhte Funktionalitätsanforderungen befördern das Zusammenspiel von Composites mit metallischen Werkstoffen.   

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Errungenschaften der Composites Branche des letzten Jahrzehnts?

Die Fertigung der grossen Windrotorblätter (90m) sowie der Airbus A350.

Welche aktuelle Innovation begeistert Sie am meisten?

Die Tapeverarbeitung mit schnellen Lasern (Tape Placement)

Welches sind derzeit die größten Herausforderungen für die Composites- Industrie?

Kostengünstige und robuste Prozesse (wie Hybrid Spritzguss und HP-SMC)

Ein Blick in die Zukunft: Was leisten Composites in 10 Jahren?

Luftfahrt, Auto und Windenergy bleiben die großen Märkte vor nämlich mit Massenanwendungen mit Glasfasern und Carbon bei Luftfahrt. Durchbruch im Baubereich (siehe AFFAN, Premier Composites)

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Errungenschaften der Composites Branche des letzten Jahrzehnts?

Durch den Einsatz von Composites im Bereich größerer Serien der Automobilindustrie wurde die häufig angezweifelte Eignung für eine industrialisierte Entwicklungs- und Fertigungskette in großserienrelevanten Taktzeiten aufgezeigt. Das Zusammenbringen des Werkstoff Know-hows der Composite-Community inklusive der sehr erfahrenen Luftfahrtindustrie mit der Großserienproduktionskompetenz der Automobilindustrie haben zu einem enormen wechselseitigem Wissenstransfer geführt, der heute die Basis für zukünftige Großserienproduktionen darstellt.

Welche aktuelle Innovation begeistert Sie am meisten?

Die stetige Zunahme an Projekten zur Anwendung von Industrie 4.0 – Technologien auf die Composite-Industrie. Die große Vielfalt an verschiedenen Fasertypen, Matrixkunststoffen, metallischen Halbzeugen, Materialien und deren Kombinationen in hybriden Werkstoffen oder Strukturen sowie die zahlreichen aufeinanderfolgenden Verarbeitungsprozesse und verfügbaren Fertigungsverfahren erfordern umfassende Expertise und hohen Planungsaufwand, um eine kosten- und leistungsoptimale Lösung zu realisieren. Lange Wertschöpfungsketten sind einerseits teuer und fehleranfällig, andererseits aber auch prädestiniert für die informationstechnische Verknüpfung von Werkstoff-, Struktur- und Produktionsdaten. Zur Begegnung des hohen Planungsaufwands bei immer höheren Forderungen nach schnellen Reaktionszeiten auf die Anforderungen volatiler Märkte bietet die Vernetzung von Unternehmen und Produktionssystemen enorme Chancen zur schnelleren Umsetzung leistungsfähiger Composite-Produkte und robusten Produktionsprozessen.

Welches sind derzeit die größten Herausforderungen für die Composites- Industrie?

Zur weiteren Erschließung von Wettbewerbsvorteilen gegenüber anderen Leichtbaumaterialien muss die Material-, Zeit- und Kosteneffizienz in der Entwicklung und Produktion von Composites stetig verbessert werden. Hierfür ist ein enger – und von gegenseitigem Vertrauen geprägter - Dialog zwischen den Werkstoffwissenschaften sowie der Produktions- und Anwendungstechnik bereits zu Beginn von Entwicklungsprozessen notwendig.

Ein Blick in die Zukunft: Was leisten Composites in 10 Jahren?

Neben den heute noch typischen „reinen“ Composite-Bauteilen, werden Composites in der Zukunft einen wesentlichen Baustein zum „Maßschneidern“ von Werkstoffeigenschaften in hybriden Strukturen darstellen.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Errungenschaften der Composites Branche des letzten Jahrzehnts?

Den Weg aus den High-End-Anwendungen (Luftfahrt) in verschiedenste Anwendungen und Märkte gefunden zu haben.

Welche aktuelle Innovation begeistert Sie am meisten?

Nutzung des Composites-Leichtbau und Systemintegration in Prothesen.

Welches sind derzeit die größten Herausforderungen für die Composites- Industrie?

Der Wandel der Herstellung von der Manufaktur in industrielle Fertigungsprozesse (ohne die Qualität zu verlieren).

Ein Blick in die Zukunft: Was leisten Composites in 10 Jahren?

Selbstverständlichkeit in der Nutzung von Mulitmaterialdesign.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Errungenschaften der Composites Branche des letzten Jahrzehnts?

Leichtbau ist ein wichtiger Mosaikstein, um die Welt von heute zum Beispiel durch Gewichtsreduktion, Effizienzsteigerung oder Ressourcenoptimierung wirklich etwas besser zu machen. Und Faserverbundwerkstoffe bilden die eigentliche Grundlage dafür. Wir sind folglich auf dem richtigen Weg. Aber noch nicht am Ziel.

Welche aktuelle Innovation begeistert Sie am meisten?

Innovative neue Materialien respektive der immer komplexer werdende Materialmix im hybriden Leichtbau - auch gerade aus herkömmlichen und neuen Materialien - sowie Digitalisierung und Automatisierung im Herstellungsprozess.

Welches sind derzeit die größten Herausforderungen für die Composites- Industrie?

Die notwendige Kostenreduktion in der gesamten Prozesskette seitens Herstellung von Faserverbundbauteilen, die notwendige Verschmelzung im Rahmen des hybriden Leichtbaus mit anderen Materialien seitens Produktentwicklung sowie das Recycling von Verbundwerkstoffen.

Ein Blick in die Zukunft: Was leisten Composites in 10 Jahren?

Faserverbundwerkstoffe sind durch konsequente Weiterentwicklung seitens der Rohmaterialien aber auch klar der Verarbeitungsprozesse in Symbiose mit weiteren Leichtbaumaterialien kosteneffizient im Markt etabliert und weit verbreitet im Einsatz - da wo es Sinn macht. Und die Welt ist dadurch noch etwas leichter, effizienter und schneller als heute. Weltverbesserung. Faser um Faser. Sozusagen.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Errungenschaften der Composites Branche des letzten Jahrzehnts?

Ohne den Leichtbau mit Composite Materialien wäre die Energiewende im Bereich Windkraft nicht möglich gewesen. Nur durch den Leichtbau mit Faserverbundstoffen lassen sich wettbewerbsfähige Windturbinen und insbesondere deren Rotorblätter bauen.

Welche aktuelle Innovation begeistert Sie am meisten?

Ich persönlich bin gespannt, wie sich die Technologie des 3D-Drucks mit Composites entwickelt.

Welches sind derzeit die größten Herausforderungen für die Composites- Industrie?

Die größten Herausforderungen sehe ich im Bereich Massenproduktion, Energie Effizienz bei der Rohstoffherstellung und insbesondere auch Recycling in allen Teilen der Wertschöpfungskette.

Ein Blick in die Zukunft: Was leisten Composites in 10 Jahren?

In 10 Jahren werden wir erleben, dass Composites Stahl und Aluminium in vielen Branchen ergänzen oder auch teilweise ablösen. Ich denke an traditionelle Metallanwendungen, wie zum Beispiel den Schiffbau oder die Bauindustrie.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Errungenschaften der Composites Branche des letzten Jahrzehnts?

Composites haben den Werkstoffhorizont enorm erweitert. Neue Designmöglichkeiten, individuelle, an die Anwendung angepasste Gestaltungsmöglichkeiten und ganz neue Produkte sind entstanden. Windkraftflügel sind hier nur ein Beispiel. Daneben ermöglichen die Materialien seit ihrem frühesten Einsatz Leichtbau bei hervorragenden mechanischen Eigenschaften. Spektakuläre Anwendungen vor allem im Renn- und Motorsport, aber auch in der Luftfahrt zeigen, was alles möglich ist. Composites sind die Werkstoffgruppe für Visionen, schon seit Entstehen der Materialien.

Welche aktuelle Innovation begeistert Sie am meisten?

Das Anwendungsspektrum von Composites-Bauteilen ist enorm. Der Automobilbereich hat genauso faszinierende Anwendungen zu bieten, wie die Luftfahrt, der Sport- und Freizeitbereich, die Elektro-Elektronikindustrie, oder der Bereich Bau- und Infrastruktur. Eine einzelne Anwendung zu nennen ist schwer. Betrachtet man allerdings ein Schleusentor aus GFK, oder eine ganze Brücke, dann wird einem bewusst, was die Materialien bei passender Ausrichtung zu leisten im Stande sind. Daneben begeistern mich auch immer die Möglichkeiten der Hybridisierung, wie Sie beispielsweise BMW kürzlich mit dem „carbon Core“ Konzept in der 7er Baureihe vorgestellt hat. 

Welches sind derzeit die größten Herausforderungen für die Composites- Industrie?

Vielen potenziellen Anwendern sind Composites als Werkstoffgruppe immer noch zu wenig bekannt. Leider werden die Möglichkeiten oftmals sehr limitiert dargestellt. Composites sind viel mehr als nur Leichtbau. Die Materialien haben sehr viele weitere positive Eigenschaften, die oftmals übersehen werden. Daneben haben die Materialien oftmals mit Vorurteilen zu kämpfen, die so nicht der Realität entsprechen. Es muss weiter daran gearbeitet werden, vor allem in den Hochschulen und der Industrie, bei den Werkstoffverantwortlichen, ein realistisches Bild aufzuzeigen. Composites sind nicht per se das bessere Material. Produkte können aber, richtig ausgelegt und auf den individuellen Anwendungsfall zugeschnitten, vorteilhaft sein. Das muss verstanden werden, damit Composites eine realistische Alternative sein können.

Ein Blick in die Zukunft: Was leisten Composites in 10 Jahren?

Der Blick auf Composites hat sich geändert. Abseits überzogener Erwartungen und jenseits unbegründeter Ressentiments sind Composites eine echte Werkstoffalternative. Nicht besser oder schlechter als andere Materialien, sie sind einfach nur eine realistische Alternative, die die notwendige Beachtung findet. Composites sind Werkstoffe mit enormen Möglichkeiten, wenn man Sie zur Entfaltung kommen lässt und richtig einsetzt. Deswegen wird der Composites-Markt weiter wachsen, über bestehende Anwendungen hinweg und auch in neue Bereiche hinein.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Errungenschaften der Composites Branche des letzten Jahrzehnts?

Die Composite Branche hat die Krise überstanden und ist wieder auf dem Weg zu guten Profiten, stabilem Ertrag und gesundem Wachstum – damit baut sie Ressourcen auf für Entwicklung und gehobene Qualität im Produkt und der Produktion.

Welches sind derzeit die größten Herausforderungen für die Composites- Industrie?

Qualitätsstandard halten und idealweise ausbauen, „Made in Germany“ behält und bestärkt seine Bedeutung.

Ein Blick in die Zukunft: Was leisten Composites in 10 Jahren?

„iComposite“ – die Bauteile werden intelligent, sind bestückt mit Sensoren, Solarzellen und/oder was auch immer Innovatives und Sinnvolles erfunden wird und seinen Platz in einem Bauteil finden wird.